Krebsrisiko bei Kunstrasenplätzen? Die CSP fragte nach
Drucken E-Mail

Eupen, 08.11.2016. Granulat von Kunstrasenplätzen krebserregend? Die Meldungen in den letzten Wochen waren doch sehr beunruhigend. Obwohl schnell klar war, dass es keinen Grund zur Panik gibt, fragte CSP-Abgeordnete Patricia Creutz bei der Regierung nach. Immerhin gibt es acht Kunstrasenplätze in der DG, auf dem täglich gespielt wird. Die Antwort der MInisterin war durchaus  zufriedenstellend.

" Sehr geehrte Frau Creutz,
Spätestens jetzt in der Diskussion um die Schlagzeilen rund um das Granulat auf den Kunstrasenplätzen denken wir zwangsläufig an das Sprichwort bzw. die Erfahrung „Vorsicht ist besser als Nachsicht“.
Wie mein Ministerkollege Philippe Muyters nehme ich diese Nachrichten sehr ernst und habe mich bemüht, mir mit Hilfe des Fachbereichs Sport und dem Infrastrukturdienst ein Bild über die Situation der Kunstrasenplätze in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu machen. Es bleibt jedoch abzuwarten, was die europäische Studie und die weiteren Analysen ergeben, um das in der DG verwendete Material korrekt zu identifizieren und wenn notwendig Maßnahmen zu ergreifen.
In der Tat wurden in den vergangenen zehn Jahren zu diesem Thema mehr als 20 internationale Studien und Berichte veröffentlicht. Die Experten hegen unterschiedliche Bedenken, was das tatsächliche Gesundheitsrisiko für die Nutzer betrifft. Für Januar – Februar 2017 wird eine europäische Studie erwartet, die näheren Aufschluss geben soll. Beim Bau von Kunstrasenplätzen ist generell darauf zu achten, so die Experten, dass die technischen Anforderungen der DIN Norm 18035-7 Norm entsprechen. Die DIN Norm 18035-7 ist der derzeit am weitesten verbreitete Standard in Europa. Die Norm beschreibt Anforderungen an die einzelnen Schichten unterhalb des Kunststoffrasenbelags

.
Auf dem Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft wurden insgesamt sieben Kunstrasenplätze mit Unterstützung der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft gebaut. Ein achter Platz befindet sich in Planung:In Kelmis, der Platz des RFCU Kelmis: hier war das Unternehmen SPORTSCAPE S.A. aus Antwerpen für das Projekt verantwortlich. Inzwischen besteht diese Firma, aus mir unbekannten Gründen, nicht mehr.


in Eupen, der Platz des FC Eupen : Unternehmer war die Firma LESUCO S.A. mit Sitz in Gembloux,
in Lontzen, der Platz des KFC Lontzen: Unternehmer war die Firma LESUCO S.A. mit Sitz in Gembloux,
in Eupen, der Platz der KAS Eupen: wurde ebenfalls durch die Firma LESUCO.S.A. aus Gembloux realisiert,
in St. Vith, der Platz des RFC St. Vith: wurde realiseirt durch die Firma S.A. SPORTINFRABOUW mit Sitz in Essen/Belgien.
in Amel, der Platz des KFC Amel: wurde ebenfalls durch die Firma S.A. SPORTINFRABOUW aus Essen/Belgien realisiert,
in Raeren der Platz des RFC Raeren; wurde realisiert von der Firma LESUCO.S.A. aus Gembloux.

 

Das Grenz-Echo berichtete in seiner heutigen Ausgabe über die Einweihung in Raeren und hat eine mögliche Gesundheitsgefährdung ebenfalls kritisch hinterfragt.
Für 2017 wurde ein Kunstrasenplatz für den FC Honsfeld (Gemeinde Büllingen) in den Infrastrukturplan aufgenommen.


Der 2014 gebaute zweite Kunstrasenplatz der neuen Generation des RFCU Kelmis durch die Firma S.A. SPORTINFRABOUW Essen/Belgien wurde ohne finanzielle Unterstützung der Deutschsprachigen Gemeinschaft realisiert. Die Projektverantwortlichen entschieden sich beim Bau des Platzes für den Füllstoff Kork als Alternative zum Gummigranulat.


Der Fachbereich Sport hat sich mit Unterstützung des Fachbereichs Infrastruktur die Unterlagen der beiden zuletzt realisierten Projekte, nämlich der Kunstrasenplätze des KFC Amel und des RFC Raeren, eingehend beschäftigt.
Diese Überprüfung hat ergeben, dass die Kunstrasenplätze des KFC Amel und des RFC Raeren von der Firma Sportinfrabouw aus Essen in Flandern gebaut wurde.
Die Kunstrasenplätze des RFC Raeren, des FC Eupen und der KAS Eupen wurden von der Firma Lesuco. S.A. aus Gembloux realisiert.
Aus der Analyse der Lastenhefte und der Angebote der Firmen geht hervor, dass der von Ihnen und in der Presse beschriebene Kautschuk Styrene Butadiene Rubber „SBR“ bei den Plätzen in Amel und Raeren verwendet wurde.
Die Diskussion um das schwarze Gummigranulat ist nicht neu und wird immer wieder belebt. Tatsache ist, das aus Gummischrott geschredderte Granulat steht berechtigter Weise in der Kritik, doch sind die Bedenken so unterschiedlich wie der verwendete Gummischrott.


Für die Qualität des Granulates ist sicherlich ausschlaggebend, ob es aus Altreifen oder einer Mischung aus Neugummi und recyceltem Material hergestellt wird.
Doch wie sagt man so schön in Französisch: „un homme averti en vaut deux….“
Daher verlässt man sich bei alle Planungen und Projekten, in diesem Fall bei den Sportinfrastrukturen, selbstverständlich auf die Empfehlungen der Experten.
In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass die beauftragten Firmen alle im Besitz einer Anerkennung zur Verlegung von Kunstrasenplätzen sind. Darüber hinaus müssen die Kunstrasenplätze diversen Normen entsprechen, wie unter anderemder DIN Norm 18035-7, auch der Europäischen REACH-Verordnung und der Normen der FIFA (Fédération internationale de football amateur), damit ein Spiel und Wettkampfbetriebe auf diesen Plätzen überhaupt erlaubt werden können.


Es wurde uns auf Nachfrage bestätigt, dass beim Kunstrasenplatz des KFC Amel ein von der Firma Rumal gelieferter SBR-Kautschuk verbaut wurde. Dieser Kautschuk hält nach Darstellung der Firma die REACH-Verordnung ein und entspricht der DIN 18035-7 Zertifizierung. Das heißt, es handelt sich hier wohl um Neugummi, sonst könnte die REACH-Verordnung nicht eingehalten werden.
Bei unseren deutschen und niederländischen Nachbarn werden zur Zeit viele Fußballfelder aus Kunstrasen auf mögliche Gesundheitsgefahren untersucht. Das deutsche Umweltbundesamt kennt das Problem und verweist auf die bereits erwähnte EU-REACH Verordnung. Mit dieser Verordnung legt die EU die Grenzwerte für zugängliche Kunststoff- oder Gummiteile von Erzeugnissen fest: Produkte mit einem Gehalt von mehr als einem Milligramm PAK pro Kilo sind seitdem verboten.


Schlussfolgernd ist festzuhalten, dass man davon ausgehen muss, dass auf allen Kunstrasenplätzen in der Deutschsprachige Gemeinschaft, außer dem zweiten Platz des RFCU Kelmis, der Füllstoff S.B.R. als Granulat verwendet wurde. Weitere Untersuchungen müssen jetzt Aufschluss darüber geben, ob dieses der REACH-Verordnung entspricht. Zudem müssen die weiteren Studienergebnisse abgewartet werden, um die Frage abschließend zu klären.
Nach dem Prinzip des guten Familienvaters soll dann aber auch im geringsten Zweifel gehandelt werden. Daher ist es wichtig, konzertiert mit den Experten und allen betroffenen Parteien (Fußballverbände, Vereinsverantwortliche, Baufirmen, Experten, Architekten) vorzugehen.
Die eventuelle Nachbesserung kann nach den Bestimmungen des Infrastrukturdekretes berücksichtigt werden." Quelle: Dokument Mündliche Fragen (2015-2016) , Nr.5.

 

warez,full,programlar,forum full programlar fatura ode Film izle Dizi izle,Seyret Bilgi Blogu tema indir Android Hack