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„Trennungskrieg – es geht auch anders!“

Am 16. März lädt das „Zentrum für politische Bildung und Information VoG“ ab 19.45 Uhr zu dem Themenabend „Trennungskrieg – es geht auch anders!“ ins Eupener Hotel Ambassador Bosten ein.

Im Zentrum der Veranstaltung steht das so genannte „Modell des elterlichen Einvernehmens“, auch „Cochemer Modell“ genannt, das in der Bundesrepublik Deutschland hohe Wellen geschlagen hat:

Im rheinland-pfälzischen Cochem haben Experten ein Arbeitsmodell entwickelt, das sich als sehr wirksam erwiesen hat, weil es wachsende familiäre Konflikte im Keim erstickt. Familienstrukturen werden im Trennungsfall nicht zerstört und Kinder müssen ihre Beziehungen zu einem Elternteil nicht aufgeben. Entgegen der Vorgehensweise bei herkömmlichen Trennungs- oder Scheidungsverfahren wird durch diese Methode die Wiederherstellung von Eltern-Autonomie und -Verantwortung zum Schutz des Kindes in den Vordergrund gestellt.

Das Cochemer Modell beruht auf mehreren Pfeilern:

1. Das Interesse des Kindes ist der Grundstein der Prozedur.

2.  Die Unmittelbarkeit der Intervention: Einer Konfliktsituation wird nicht die Chance gegeben, sich zu etablieren.

3. Die Verpflichtung der Eltern, sich über die Angelegenheiten, die ihr Kind direkt betreffen, einvernehmlich zu einigen (materielle, erzieherische und finanzielle Aspekte; Modalitäten des Sorgerechts; etc.).

4. Synergien zwischen den betroffenen beruflichen Einheiten schaffen: Anwälte, Richter, Mediatoren, Sozialarbeiter legen beiden Elternteilen ein pazifistisches Vorgehen nahe und verurteilen kriegerisches Verhalten.


An dem Cochemer Modell mitgearbeitet hat Ursula Kodjoe. Die Mediatorin und Familientherapeutin wird am 16. März während des Themenabends referieren und diskutieren. Ursula Kodjoe, Dozentin im „Verband Anwalt des Kindes“, berät im Auftrag des deutschen und französischen Justizministeriums bei internationalen Scheidungskonflikten.

Weitere Gäste sind: 

- Melchior Wathelet (Staatssekretär für Familie): Die Schaffung eines spezifizierten Familiengerichts stellt eine prioritäre Aufgabe für den Staatssekretär dar. Im Laufe des Abends spricht er über seine Vision einer modernen Familienpolitik im Streitfall.

- Nadia De Vroede (Generalstaatsanwältin am Appellationshof in Brüssel): Frau De Vroede ist als Juristin auf familiäre Konfliktsituationen spezialisiert und plädiert für eine aktive Mediation in Trennungsfällen.

- Irmgard Müsgens (Psychotherapeutin): Die Psychotherapeutin aus Hergenrath verfügt über große Erfahrung bei Mediation im Falle familiärer Konfliktsituationen.

Wir würden uns sehr freuen, Sie zu diesem spannenden und impulsreichen Themenabend begrüßen zu dürfen.

Die Anzeige zum Themenabend finden Sie hier.